Die Auswahl an Dämmstoffen ist groß. Es ist wichtig, den für den Aufbau einer Jurte richtigen Dämmstoff auszuwählen:
Folgende wesentliche Aspekte sind bei der Dämmstoffwahl zu berücksichtigen:
- Wasserdampf-Diffusionsfähigkeit (μ-Wert) & Taupunkt
- Wärmeleitfähigkeit ( -Lambda-Wert) und
- Druckfestigkeit und Belastbarkeit
- Verarbeitung
- Einbau Umweltbelastung und Energiebedarf bei der Herstellung
- Verfügbarkeit des Rohstoffes
- Wiederverwendung bzw. Entsorgung
Dampfdiffusion μ & Taupunkt
Die Dampfdiffusion wird durch den μ-Wert (sprich: [mü-Wert] = Dampfdiffusionswiderstand) beschrieben und mit der Materialstärke des Bauteils multipliziert. Der so ermittelte Wert sollte von innen nach außen abnehmen, damit der Transport der Luftfeuchtigkeit nach außen nicht behindert wird. Jedenfalls ist das Eindringen von Feuchtigkeit in die Konstruktion zu bremsen. Feuchtigkeit im Dämmstoff vermindert nämlich in der Regel die Dämmwirkung und kann Bauschäden (= Schimmel) hervorrufen.
In der Praxis heisst das: Je wärmer die Luft in der Jurte, umso mehr Feuchtigkeit kann sie aufnehmen. Kühlt die Luft dann innerhalb der Dämmung ab, steigt zunächst ihre relative Feuchtigkeit. Ist diese bei 100%, fällt Wasser in flüssiger Form aus ("Tau"). Wenn also die Innentemperatur bei 20 Grad liegt und die Außentemperatur bei -10. kann die warme Innenluft viel mehr Wasser aufnehmen, als die kalte Außenluft. Gelangt warme Luft in die Konstruktion und bewegt sich in ihr von der warmen Innen- auf die kalte Außenseite zu, so kühlt sie dabei ab, die relative Luftfeuchte steigt und es kann innerhalb der Dämmung zum Tauwasserausfall kommen. Die Folge sind unbeherrschbare Nässe- und Schimmelbildung.
Somit ist klar, dass in der Praxis der Wandaufbau hinsichtlich Dampfdiffusion & Taupunkt eine entscheidendere Rolle spielt. Genau diese Anforderungen erfüllt mein Wandaufbau in spürbar bester Weise.
Wärmeleitfähigkeit [W/mK]
Die eigentliche Funktion des Dämmstoffes, die Wärmeverluste zu reduzieren, wird mit der sogenannten Wärmeleitzahl Lambda beurteilt. Je kleiner der Lambda-Wert, umso besser die Dämmwirkung. Schlechtere Lambda-Werte können durch höhere Dämmstoffstärken ausgeglichen werden. Die Wärmeleitfähigkeit von üblichen Dämmmaterialien liegt in der Regel zwischen 0,035 und 0,045 W/mK.
Die ökologischen Vorzüge von Stroh als Baumaterial sind nun auch amtlich bestätigt. Am 16. Oktober 2014 wurde in Brüssel die Umweltproduktdeklaration für den Wärmedämmstoff Baustroh von der
europäischen ECO-Plattform übergeben. "Baustroh weist den niedrigsten Herstellungsenergiebedarf aller zugelassenen Wärmedämmstoffe bei gleichzeitig sehr hoher CO2-Speicherfähigkeit auf",
erläutert dazu Architekt Dirk Scharmer von der 'Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe' in Gülzow, Deutschland. Wer ein Gebäude in Holzbauweise errichte und mit Stroh dämme, erspare der Atmosphäre
60 Tonnen klimaschädliche CO2-Emissionen. "Dies entspricht umgerechnet 400 000 Kilometern Autofahren"
Stroh ist ein guter Naturdämmstoff. Die gemessene Wärmeleitfähigkeit beträgt 0,038–0,067 W/mK, damit ist die wärmedämmende Wirkung ähnlich wie die herkömmlicher Dämmstoffe. Die Herstellung der Strohballen als Dämmmaterial erfolgt mit landwirtschaftlichen Ballenpressen. Die Ballen enthalten ausschließlich Stroh und die für den Zusammenhalt erforderlichen Bindeschnüre sonst keine weiteren Zusätze.
Was Stroh nun unschlagbar macht ist seine relativ hohe Masse: Damit eignet es sich auch ganz hervorragend als Schallschutz.
Nun zum besten: Stroh ist mit Abstand der günstigste Dämmstoff & sicher auch bei Landwirten in Deiner Umgebung zu erhalten!
(1) Das Wichtigste zuerst: Wo bekommt man noch Kleinballen in der Nähe?
(2) Ist eine Wärmedämmung wie Passivhaus mit Stroh möglich?